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"Die gute Vorbereitung auf die FSC-Zertifizierung wurde vom Auditor sehr gelobt."

Kunigunde Seibert, Druckhaus Franz Seibert

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Revidierter FSC Trademark Standard: Warenzeichen-Nutzung wird flexibler

Datum: 29.01.2018

Am 1. März 2018 wurde der revidierte FSC Trademark Standard (FSC-STD-50-001 Version 2-0) gültig. Er regelt die Nutzung der FSC-Warenzeichen zur Produktkennzeichnung und zu Werbezwecken durch FSC-zertifizierte Unternehmen. Ziel der Überarbeitung war eine Vereinfachung der Anforderungen, ohne dabei die Glaubwürdigkeit des FSC-Systems zu gefährden.

Wichtigste Änderungen

  • Option, betriebsintern ein sogenanntes Trademark Use Management System einzurichten anstelle der Freigaben durch den Zertifizierer
  • höhere Flexibilität bei der Gestaltung der FSC Label (wählbare Label-Elemente)
  • reduzierte Mindestgrößen
  • Entfernung einiger einschränkender Detailregelungen
  • sprachliche Vereinfachungen
  • Einbeziehung aller zwischenzeitlich veröffentlichten Zusatzregelungen (Advice Notes)

(Kaum) Anpassungsbedarf für zertifizierte Unternehmen

Während die FSC-Zertifikatshalter durch Revisionen grundlegender Standards (Chain of Custody, Controlled Wood) in letzter Zeit einige Anpassungen vornehmen mussten, können sie die Revision des FSC Trademark Standards gelassen angehen. Die nun vorgelegte Version zeigt Optionen auf und gibt mehr Flexibilität, enthält aber keine neuen Anforderungen oder Einschränkungen. Kurz gesagt: Wer weitermacht wie bisher, macht nichts verkehrt!

Je nachdem wie umfangreich die Anforderungen in den betriebsinternen Verfahren beschrieben sind, dürfte in vielen Fällen nicht mehr als die Änderung der Standardversion von 1-2 auf 2-0 erforderlich sein. Je nach Formulierung müssen auch die Labelling-Vereinbarungen angepasst werden. Die Neuerungen müssen natürlich erfasst und verstanden, und die neuen Möglichkeiten eruiert werden. Dazu dient folgende Zusammenfassung:

Trademark Use Management System

Einer der Hauptkritikpunkte in Bezug auf die Prozessabläufe bei der Nutzung der FSC-Warenzeichen war die Notwendigkeit der Freigaben durch den Zertifizierer. Insbesondere bei Zeitdruck und häufigen Logonutzungen war das ein Hindernis. Der revidierte Standard erlaubt nun unter folgenden Voraussetzungen ein betriebsinternes Selbstfreigabeverfahren:

  • Der Zertifikatshalter hat im Freigabeprozess mit seinem Zertifizierer eine ausreichende Anzahl positiv beschiedener Logonutzungen bewiesen.
  • Der Zertifikatshalter hat ein Verfahren für den Freigabeprozess definiert.
  • Eine für die Freigaben verantwortliche Person wurde festgelegt und geschult.

Details zum Trademark Use Management System finden sich im Anhang 1 des Standards. Noch einmal: Dies ist nur eine Option, die Freigaben können nach wie vor über den Zertifizierer eingeholt werden.

Grafische Gestaltung des Labels

Die gute Nachricht auch hier: Die FSC-Label können unverändert weiterverwendet werden. Bislang kann aus Platzgründen das sogenannte Minilabel eingesetzt werden. Im revidierten FSC Trademark Standard wird nun nicht mehr zwischen Standardlabel und Minilabel unterschieden. Stattdessen wurde festgelegt, welche Elemente des Labels verpflichtend verwendet werden müssen. Der Online-Label-Generator des FSC wird entsprechend umgebaut. De facto bedeutet das, dass das Minilabel (bzw. das Label mit den entsprechenden Elementen) nun unabhängig von der Produktgröße eingesetzt werden kann. Das FSC-Label kann auf den Produkten nun platzsparender und weniger textlastig abgebildet werden.

Mindestgrößen und Platzierung der Labels

Sämtliche Mindestgrößen wurden reduziert. Die übergeordnete Anforderung ist, dass alle Elemente des Labels lesbar sind. Um diese doch eher subjektive Anforderung mit prüfbaren Kriterien zu versehen, wurde an der Angabe verpflichtender Mindestgrößen festgehalten: 9 mm breit für das Label im Hochformat bzw. 6 mm breit bei Querformat.

Der FSC Trademark Standard verlangt bisher, dass das FSC Label auf dem Produkt oder dessen Verpackung gut sichtbar angebracht wird. Wer mit der FSC-Standardterminologie vertraut ist, bemerkt in der revidierten Version den entscheidenden Wechsel von „shall“ zu „should“, die Regelung ist also nicht mehr verpflichtet. In Fällen, wo die gut sichtbare Platzierung bislang schwierig oder nicht zulässig war (z. B. Medikamentenschachteln), ist eine verdeckte FSC-Produktkennzeichnung nun möglich. Endkundenhändler dürfen die FSC-Zertifizierung eines Produktes aber nach wie vor nur bewerben, wenn das FSC-On-product-Label für die Kunden sichtbar ist.

Bewerbung der FSC-Zertifizierung

Das vor drei Jahren mittels Zusatzregelungen eingeführte WälderFürImmerFürAlle-Zeichen wurde nun in den FSC Trademark Standard integriert. Es wird nach wie vor auf einer separaten Online-Plattform zu finden sein, jedoch soll es dann eine technische Lösung geben, die das Trademark Portal mit dem Marketing-Toolkit verknüpft.

Wer seit dem letzten Audit keine FSC-Ware verkauft hat, durfte seine FSC-Zertifizierung nicht mehr bewerben, so stand es in der bisherigen Version des FSC Trademark Standards. Diese Anforderung wurde nun gestrichen. In der Praxis war das ohnehin schwer durchzusetzen und es machte auch wenig Sinn, Unternehmen nur ein Jahr Zeit zu geben, um Kunden von FSC zu überzeugen.

Noch so ein Spezialthema: Bewerbung von FSC auf Visitenkarten war bislang nur in Form des On-product Labels zulässig, also letztlich zu Kennzeichnung des verwendeten FSC-zertifizierten Papiers. Mit Einführung der revidierten Standardversion dürfen Zertifikatshalter Ihre FSC-Zertifizierung nun auf Visitenkarten immerhin in Textform erwähnen, z. B. mit dem Satz „Wir sind FSC®-zertifiziert“, wobei selbstverständlich die Lizenznummer mit angegeben werden muss. Auch die Einschränkungen hinsichtlich FSC-Logonutzung an prominenten Stellen wie Titelseiten von Broschüren oder im Briefkopf wurden entfernt.

Eine große Unsicherheit in der Vergangenheit war auch, mit welchen Worten Zertifikatshalter FSC kommunizieren sollten. Der Standard enthält nun einen Anhang mit Textvorschlägen zur allgemeinen Beschreibung von FSC und zur Bewerbung FSC-zertifizierter Produkte. Wer sie verwendet, braucht keine eigenen Texte zu entwickeln und beschleunigt den Freigabeprozess.

Labelling-Vereinbarungen

In den sogenannten Labelling-Vereinbarungen wird die Nutzung der FSC-Warenzeichen zwischen zertifizierten Unternehmen geregelt, wenn also der eine Zertifikatshalter Produkte mit dem FSC-Label mit der Lizenznummer des anderen kennzeichnet. Der revidierte Standard enthält diesbezüglich zwei neue Punkte, zum Zertifikatsumfang und zum Outsourcing. Je nach Formulierung in den bestehenden Vereinbarungen können dadurch Anpassungen erforderlich sein.

Übergangsfrist

Der Standard ist ab 01. März 2018 anwendbar. Zu diesem Zeitpunkt soll auch der umgebaute Label-Generator im FSC Trademark Portal freigeschaltet werden. Zertifikatshalter haben dann ein Jahr lang Zeit, ihre Prozesse und Verfahrensbeschreibungen an die neue Standardversion anzupassen. Die Übergangsfrist endet am 28. Februar 2019. Änderungen von Layouts sind zum Glück nur optional.


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